Was ist ein Blower-Door-Test?

Ist dein Gebäude dicht? Wir finden es mit dem Blower-Door-Test heraus!

 

Hohe Energiekosten und Schimmelbildung wünscht sich wirklich kein Immobilienbesitzer. Was viele nicht wissen: In den meisten Fällen sind undichte Fenster die Ursache. Mit einem Blower-Door-Test geben wir Aufschluss über den Ist-Zustand der Gebäudehülle und ermitteln, an welchen Stellen nachgebessert werden muss.

 

Wir bieten die für Neubauten vorgeschriebene, vollautomatische Überprüfung der Dichtheit der Gebäudehülle durch den Wöhler BC 600 Blower Door Check nach DIN EN ISO 9972:2018-12/GEG. Unser erfahrenes, bestens geschultes Team führt die Messung inklusive Echtzeitauswertung gewissenhaft und routiniert durch, sodass du schnell Gewissheit über den Zustand der Gebäudehülle hast.

 

Wie funktioniert ein Blower-Door-Test?

 

Die Verfahrensvorbereitung:

Um die Luftwechselrate messen zu können, müssen zunächst sämtliche Öffnungen in der Gebäudehülle verschlossen werden. Dazu gehören vor allem Fenster und Außentüren. Lüftungsanlagen werden je nach Messverfahren gesondert bewertet und abgedichtet.

Die Innentüren aller beheizten, gekühlten oder mechanisch be- und entlüfteten Räume bleiben geöffnet, um eine lufttechnisch zusammenhängende Zone zu schaffen. Von dieser Zone wird das Innenvolumen nach DIN 277 bestimmt. Bei großen Gebäuden ist die Einteilung von verschiedenen Messzonen möglich.

Dann erfolgt der Einbau des Blower-Door-Messgeräts. Es besteht aus dem Wöhler BC 600 Gebläse, einer luftundurchlässigen Plane und zwei Sensoren, welche im Außen- und Innenbereich die nötigen Kenngrößen während der Messung erfassen. Das Messgerät wird möglichst luftdicht in eine Fenster- oder Türöffnung mit Hilfe des Wöhler Klammersystems eingesetzt.

Daraufhin wird das Gebäude entsprechend der Vorgaben des jeweiligen Messverfahrens präpariert. In Frage kommen das Verfahren B (DIN EN 13829/DIN EN ISO 9972) der Energieeinsparverordnung (EnEV) oder das Verfahren 3 nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG).

 

Die Vorprüfung:

Für die Vorprüfung wird ein Unterdruck im Gebäude erzeugt, welcher dem maximalen Messdruckt entspricht. Dies dient zum einen der Identifikation größerer Leckagen, zum anderen zur Selbstprüfung des Messdienstleisters hinsichtlich der Dichtheit seiner Abdichtungsmaßnahmen und des Blower-Door-Messgeräts. Werden größere Luftleckagen identifiziert, werden diese sorgfältig dokumentiert.

 

Der Blower-Door-Test:

Im ersten Schritt wird bei geschlossenem Gebläse mithilfe der beiden Sensoren über 30 Sekunden die natürliche Luftdruckdifferenz zwischen Innen- und Außenbereich des Gebäudes ermittelt. Diese ist für die Festlegung der anzufahrenden Druckstufen relevant. Nach DIN EN 13829 und DIN EN ISO 9972 sind für eine belastbare Messung mindestens verschiedene Druckstufen vorgeschrieben, wovon eine mindestens 50 Pascal (Pa) betragen muss. Der Mindestdruck entweder bei 10 Pascal (Pa) oder bei dem fünffachen Wert der natürlichen Druckdifferenz, je nachdem welcher Wert größer ist.

 

Im zweiten Schritt wird mit der Messung der Luftwechselrate begonnen. Bei der Messung nach DIN EN 13829 ist es ausreichend, lediglich eine Messreihe im Unter- oder im Überdruck durchzuführen. Bei der Messung nach DIN EN ISO 9972 Verfahren 3 müssen sowohl die Unterdruckmessung als auch die Überdruckmessung durchgeführt werden. Mit Inkrafttreten des GEG und der Messung nach DIN EN ISO 9972 müssen dabei die Grenzwerte sowohl im Unter- als auch im Überdruck eingehalten werden.

Bei der Unterdruckmessung mit dem Wöhler BC 600 wird Luft vollautomatisch in mindestens 5 verschiedenen Druckstufen von beispielsweise 10 bis 50 Pascal aus dem Gebäude gesogen. Bei der Überdruckmessung wird Luft ebenfalls vollautomatisch in mindestens 5 verschiedenen Druckstufen von beispielsweise 10 bis 50 Pascal in das Gebäude gedrückt. Dabei wird für jede Druckstufe der Volumenstrom ermittelt, welcher notwendig ist, um den entsprechenden Prüfdifferenzdruck zu halten.

 

Abschließend wird erneut die natürliche Druckdifferenz ermittelt. Weder vor noch nach der Messung darf diese 5 Pascal überschreiten. Andernfalls gilt diese als ungültig.

 

Nach Beendigung der Messverfahren werden die ermittelten Messdaten durch die Wöhler BC 600 App ausgewertet und ein dicht- und temperaturkorrigierender, mittlerer Volumenstrom bei 50 Pascal ermittelt. Der Quotient aus Volumenstrom und Innenvolumen entspricht dann der Luftwechselrate. Diese beschreibt, wie oft das Innenvolumen der Messzone pro Stunde ausgetauscht wird, wenn ein Differenzdruck von 50 Pascal herrscht.